Lebenslauf

389003_530130337038842_345559675_nFritz Gruber absolvierte seine Grundausbildung in Böckstein (Volksschule) und Bad Hofgastein (Hauptschule).

Anschließend ging er auf die fünfjährige Lehrerbildungsanstalt in Salzburg, die er 1959 abschloss.  Sein Studium absolvierte er als geprüfter Hauptschullehrer in Wien (Doktorats-Studium) und Salzburg (Lehramts-Studium).

Als Hauptstudienfächer wählte er Germanistik und Anglistik (Dissertation: „Strukturalgrammatische und satzperspektivische Inversion in den Werken Roger Aschams“), dazu kamen auch Geschichte, historische Volkskunde, Psychologie und Philosophie sowie Allgemeine Sprachwissenschaft. Sein besonderes Interesse galt der historischen Bergwerkssprache (appr. Universitäts-Facharbeit: „Hinlässe und Raitungen“) und der historisch orientierten Namenkunde (appr. Universitäts-Staatsprüfungsarbeit: „Die Toponymie der Tauernlandschaft von Gastein und Rauris“).

Über zwei Jahrzehnte ging er seinem Hauptberuf als Lehrer an der Tourismusschule in Bad Hofgastein nach, wo er die Fächer Englisch, Deutsch und Geschichte unterrichtete. Seit 1969 ist er mit Ernestine, einer  diplomierten medizinisch-technischen Assistentin, verheiratet. Auch die beiden Töchter Gertrud und Irmgard leben in Böckstein.

Seit seiner Pensionierung hat er endlich die zeitliche Möglichkeit, sich mit seinen Interessen intensiver zu beschäftigen, die „klassische“ Musik – sowie die Lektüre naturwissenschaftlicher Fachliteratur zu Botanik und Geologie.  Die größte Aufmerksamkeit widmet er der wissenschaftlichen Pflanzenkunde und publiziert auch dazu. Sein umfangreiches Herbar umfasst ca. 6.000 Exsikkate (gepresste Blüten- und Farnpflanzen sowie Moose).

Besonders stolz ist er auf seine über 150 Erstfunde für das Gasteiner Tal, die auch in diversen wissenschaftlichen Fachpublikationen erwähnt sind.

Zudem beschäftigt sich Dr. Gruber bereits seit 1970 mit der Erforschung der Bergbaugeschichte Gasteins und ganz allgemein des Tauernbereichs. Gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Karl-Heinz Ludwig schrieb er die „Salzburger Bergbaugeschichte“ und das 400 Seiten umfassende Standardwerk „Der  Edelmetallbergbau im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit“.#

Er ist alleiniger Autor der viel beachteten „Geschichte des Rauriser Goldbergbaues“ und mehrerer Bände der Reihe „Böcksteiner Montana“ und der „Publikationen des Gasteiner Museums“.

Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der naturwissen-schaftlichen Fakultät in Salzburg führte zur Herausgabe des Standardwerkes „Schatzkammer Hohe Tauern“, zweite Auflage 2006 unter dem Titel „Das Buch vom Tauerngold“. Ihm ist auch die Initiative zur wissenschaftlichen Erforschung der beiden Römerstraßen auf die beiden Gasteiner Tauernpässe (Korntauern und Nassfeldertauern) und der Altstraßenreste am Bockhart zu verdanken. Was den „Bockhart“ betrifft, so war er auch im Rahmen eines interdisziplinären Projektes zur Erforschung des Bergbaues (Lagerstättenkunde, Archäologie, Metallurgie und Geschichte) für den historischen Bereich  verantwortlich.

Gemeinsam mit dem ehemaligen Bad Gasteiner Kur- und Sprengel- arzt Dr. Hermann Greinwald initiierte er die Wiederbegründung des „Gasteiner Museums“ in Bad Gastein unter tatkräftiger Mithilfe des Gasteiner Rotary-Clubs. Als Mann der ersten Stunde übte er viele Jahre die Tätigkeit des Museumsdirektors aus. Er war auch maßgeblich an der Gründung des Vereins „Montansiedlung Altböckstein“ und des überregionalen Vereins „Via Aurea“ beteiligt.

Auszeichnungen:

  • Bad Gasteiner Kulturpreis
  • Goldene Ehrenzeichen des Landes Salzburg
  • Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst
  • Paul Harris Fellow im Rotary Club von Bad Gastein

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Dr. Gruber schreibt derzeit an einer ausführlichen Biografie der Gasteiner Gewerkenfamilie der Weitmoser.

Man findet Details über ihn auch in der Wikipedia und vor allem in der SalzburgWiki, für die er mehrere Beiträge geschrieben hat:

  • Dr. Fritz Gruber Weg (naturkundlich-montanhistorische Beschreibung des Weges von Sportgastein auf den Gipfel des Kreuzkogels)
  • Montansiedlung Altböckstein
  • Gasteiner Heilstollen
  • Die Gasteiner Bergordnung von 1342

Mag. phil. Dr. phil.  FRITZ GRUBER, Professor, OStR. i. R. gibt hier nochmals einen Überblick über seinen Werdegang und erzählt, weshalb er nach dem Doktorat  noch das Magisterium machen musste. Ob der Zwang dazu zurecht bestand, sei dahingestellt.

Dr. Fritz Gruber wurde geboren am 28. Mai 1940, in Spittal an der Drau, von wo er im Alter von 14 Tagen (!!)  in seinen Heimatort Böckstein bei Bad Gastein zurückkehrte und dort bis heute lebt. Er ist somit ein echter Gasteiner,  der in unserem Tal die Volksschule (Böckstein) und die Hauptschule (Bad Hofgastein) besuchte.

Nach Matura an der damaligen Lehrerbildungsanstalt (1959) in der Stadt Salzburg und einem Jahr als Volksschullehrer ging er an die Universität nach Wien, wo er Germanistik („altes Fach“: Nebenrigorosum bei Univ-Prof. Dr. Kranzmayer; „neues Fach“ moderne Literatur, bei Univ.-Prof. Dr. Rupprich) und Anglistik (ebenfalls „altes Fach“: Dissertation bei Uni-Prof. Dr. Koziol; „neues Fach“, moderne Literatur, bei Univ.-Prof. Dr. Korninger) studierte. Als Nebenfächer wählte er Geschichte (Schwerpunkt Frühe Neuzeit), historische Volkskunde und allgemeine Sprachwissenschaft bei Univ.-Prof. Dr. Kronasser (mit Schwerpunkt Einführung in die Slawistik sowie 4 Semester Russisch bei Ass.-Prof. Dr. Krotkoff und Dr. Krywenko); weiters Philosophie bei Univ.-Prof. Dr. Heintel, Psychologie bei Univ. Prof. Dr. Rohracher, Sprachpsychologie bei Univ.-Prof. Dr. Kainz;  weiters für Lehramt Pädagogik bei Ministerialrat Univ.-Prof. Dr. Timp; Methodik Deutsch bei Dr. Neumaier, Methodik Englisch bei Dr. Baschiera.  Er promovierte 1968 zu Dr. phil. für die Studienfächer „Germanistik“ und „Anglistik“ mit dem Gesamt-Kalkül „AUSGEZEICHNET“ und hätte an einem Wiener Gymnasium unterrichten dürfen. Übrigens war eine Promotion sub auspicis präsidentis nur deshalb nicht möglich, weil er im Maturazeugnis im damaligen Pflichtfach „Violinspiel“ ein Befriedigend und somit in dem ansonsten hervorragenden Maturazeugnis (z. B. Deutsch, Englisch, Latein, Mathematik „sehr gut“) keine Auszeichnung hatte. Lachen erlaubt!

Es folgte die Unterrichtstätigkeit an der Hotelfachschule und dem Abiturientenlehrgang in Bad Hofgastein, später als zweijähriges Fremdenverkehrs-Kolleg geführt, zunächst als privatangestellter Fachlehrer. Da für eine „Verbundlichung“ in den Beamtenstatus das Doktorat nicht genügte, die positiven Pädagogik- und Methodik-Zeugnisse von der Uni Wien aus unbekanntem Grund (??) in Gastein und Salzburg nicht anerkannt wurden, und eine mögliche Prüfungsnachsicht, die es bei anderen sehr wohl gab, nicht befürwortet wurde, machte er nolens volens an der Universität Salzburg nachträglich auch noch das Magisterium in Deutsch („neues Fach“ Univ.-Prof. Dr. Haslinger, „altes Fach“ Univ.-Prof. Dr. Reiffenstein) und Englisch („neues Fach“ Univ.-Prof. Dr. Stürzl und „altes Fach“ Univ.-Prof. Dr. Zaic [„Beowulf“ als Prüfungsthema] mit Nebenfächern aus Psychologie und Pädagogik (Univ.-Prof. Dr. Gönner, ein hervorragender Experte).

Was er da in Salzburg gefragt wurde (z. B. das altenglische Beowulf-Epos, in Wien bereits mit „sehr gut“ abgeschlossen), hat er für seinen Beruf nie gebraucht, und was er gebraucht hätte (z. B. Fachwortschatz der Hotellerie und Gastronomie), das wurde er bei der Prüfung nicht einmal andeutungsweise gefragt – nicht zuletzt deshalb nicht, weil davon die beiden Herren Anglistik- Prüfer keine Ahnung hatten.

Immerhin bestand er diese Prüfungen trotz parallel laufender voller beruflicher Belastung mit Auszeichnung. Diese aufgezwungene Magister-Prüfung, so überflüssig sie im Grunde genommen war, hatte aber doch wenigstens einen (!) positiven Effekt: Sie brachte ihm die Bekanntschaft mit Univ.-Prof. Dr. Ingo Reiffenstein, mit dem er später noch lange in freundschaftlichem Kontakt stand. Es war Prof. Reiffenstein, der ihn auf die wissenschaftlichen Namenkunde verwies, die ihn bis heute in ihrem Bann hält.

Für seinen weiteren wissenschaftlichen Werdegang hat er  viel Univ.-Prof. Dr. Karl-Heinz Ludwig zu danken, ebenso Univ.-Prof. Dr. Andreas Lippert, der ihn in die Grundkenntnisse der Archäologie einführte, weiters Univ.-Prof. Dr. Gerhard Sperl, Univ.-Prof. Dr. Hasso Moesta+, Univ.-Prof. Dr. Heinz Dopsch+, Univ.-Prof. Dr. Walter Strobl (Botaniker) und Univ.-Prof. Dr. Manfred A. Fischer (Botaniker) sowie Dr. Peter Gstrein (Geologie). Ihnen ist (und teilweise leider auch „war“: (Moesta, Dopsch) er in Freundschaft verbunden.

Freizeit: Bergwandern, Musik (besonders Barock, Klassik, Romantik sowie im Bereich der Vokalmusik die  Kirchenmusik) sowie Lesen (hauptsächlich naturwissenschaftliche Fachliteratur: Botanik, Geologie, Glaziologie Evolutionsgeschichte, aber auch Sprachwissenschaft und „schöne“ Literatur, Stifter, Zweig, Joseph Roth, Kafka, Gorki, Tolstoi u. v. a.).

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Dr. Fritz Gruber, Wissenschaftler und Autor

Nachwort:

Abschließend etwas, das mich seit 1959 „wurmt“. Ich hatte im Maturazeugnis die beachtliche Durchschnittsnote von 1,3 und ein „Vorzug“ wäre sich locker ausgegangen, hätte ich nicht in dem damaligen Pflichtfach „Violinspiel“ ein Befriedigend gehabt. Alle Professoren waren einstimmig für einen „Vorzug“, doch der damalige Direktor HR F. P. wollte seine Macht zeigen und war dagegen. Ausschließlich nur an seiner Sturheit lag es, dass ich 1968 nicht „sub auspiciis Praesidentis“ promovieren durfte. Aus diesem Grund ist es mir ein Anliegen, das Universitätszeugnis über das Hauptrigorosum aus den Fächern Anglistik und Germanistik, das ich mit „Ausgezeichnet“ bestand, wenigstens hier als Kopie anzuhängen.

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