Mit historischer Feder

Wer die Vergangenheit nicht kennt,
kann die Zukunft nicht verstehen.
Golo Mann

In memoriam Fritz Gruber

Es begann im Jahr 2000. In Folge verfasste Fritz Gruber über Jahrzehnte
hinweg unter dem Titel „Mit historischer Feder“ in jeder Augabe der Gasteiner Rundschau hochinteressante Beiträge aus der regionalen Geschichte unseres Tales.

Von der ersten Besiedelung des Gasteinertales, die Spuren der alten Römer am Bockhart und deren Goldsuche, der Wiederbeginn des Gold- und Silberbergbaus im Spätmittelalter, Beiträge zur Orts- und Namenskunde, bis hin zu zeitgeschichtlichen Ereignissen – die Themen gingen Fritz Gruber nicht aus.
Er war eine wandelnde Fundgrube. Wie auch im Nachruf am Ende
des Buches erwähnt, prägte Fritz Gruber die Erforschung der Montangeschichte der Hohen Tauern wie kein anderer Wissenschaftler vor ihm. Bei vielen seiner Vorgänger war es geübte Praxis jeweils voneinander abzuschreiben. Zahlreiche Fehler und „Märchen“, wie z.B. die Beschreibung
Hofgasteins als das „goldene Stadtl“ waren die Folge. Fritz Gruber ging einen anderen Weg: Es gab kaum ein einschlägiges deutschsprachiges
Archiv in dem er nicht geforscht hätte.


Seit 1973 beschäftigte sich Dr. Gruber bereits mit der Erforschung der
Bergbaugeschichte Gasteins und ganz allgemein des Tauernbereichs. Gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Karl-Heinz Ludwig schrieb er die „Salzburger Bergbaugeschichte“ und das 400 Seiten umfassende Standardwerk „Der Edelmetallbergbau im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit“.

Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der naturwissenschaftlichen
Fakultät in Salzburg führte zur Herausgabe des Standardwerkes
„Schatzkammer Hohe Tauern“, zweite Auflage 2006 unter dem Titel
„Das Buch vom Tauerngold“. Ihm ist auch die Initiative zur wissenschaftlichen Erforschung der beiden Gasteiner Römerstraßen (Korntauern und Nassfeldertauern) und der römischen Altstraßenreste am Bockhart zu verdanken.

Seine bekannten großen Werke, die wir alle kennen: „Das alte Gastein“
erschien 1993. Die „Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung“ sind 2008 im Eigenverlag des Rotary Clubs Gastein
erschienen. „Die Weitmoser und ihr Edelmetallbergbau in den Hohen
Tauern“, im November 2017 im Eigenverlag der Via Aurea, und „Über
1000 Jahre Gastein“, erschienen 2020 im Eigenverlag des Rotary Clubs
Gastein. Im erst kürzlich erschienen Buch „Reise in goldene Zeiten“,
im Eigenverlag der Via Aurea 2021, ist er mit 20 Beiträgen prominent
vertreten.

Mehrfacher Ausgangspunkt für die wissenschaftlich, interdisziplinären
Impulse war der „Böcksteiner Kreis“ im Hause Gruber. Die Universitätsprofessoren Heinz Dopsch, Gerhard Sperl (beide leider schon verstorben), Andreas Lippert und Claudia Theune schrieben hier Montangeschichte. Manchmal durfte auch ich als staunender Zaungast an diesen Treffen teilnehmen.

In Absprache mit Familie Gruber haben wir uns entschlossen, alle
Beiträge von Fritz Gruber, die in der Vergangenheit in der Gasteiner
Rundschau erschienen sind, in einem Sammelband herauszubringen.
Wir möchten mit diesem Buch Dr. Gruber ein anerkennendes und ehrendes
Andenken setzen und wir hoffen, dass es auch Ihr Interesse findet.
Nach dem Hinweis auf das jeweilige Erscheinungsjahr, sind die Beiträge
nach den Erscheinungsterminen der Gasteiner Rundschau gereiht: also
März, Juni, September und Dezember.

Walter Wihart
Herausgeber der Gasteiner Rundschau